Abendstimung ringsumher,
um mich herum ein Blumenmeer,
nur späte Bienen tragen die Blütengaben in ihre Waben.
Abendstimmung ringsumher,
nur der Mond so fahl und leer,
zieht seine bleiche Bahn quer durch den Großen Schwan, wo kommt er morgen an?
Abendstimmung, Frieden, Ruh’,
ich schließe meine Augen zu,
so träum’ ich vor mich hin, leicht wird mein Herz und Sinn, fühl’ endlich, wer ich bin.
Abendstimmung, atmen nur,
leise flüstert die Natur,
sagt mir ganz ohne Wort, geh’ von diesem Ort niemals wieder fort.
Abendstimmung, niemand lacht,
himmelhoch die Sternenpracht
hält über mir die Wacht, leuchtet die ganze Nacht, bis alles aufgewacht.
Abendstimmung bleib’ bei mir,
niemals folgen kann ich dir,
denn schon im Morgengrau feuchten; kühlen Tau überall ich schau’.
Abendstimmung, hab’ dich lieb,
so ich diese Zeilen schrieb,
wer sie auch hat geseh’n, wird wie ich versteh’n, du bist wunderschön
D.R. Raymer
Apfelbaum
[8]
erstellt von maxi98 am 04.01.2011 10:14
Martin Luther : Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht,
würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.
XD
Bodenständig
[4]
erstellt von Admin am 08.02.2012 10:25
Wenn du nach den Sternen greifst, sieh zu,
dass du mit den Füßen am Boden bleibst!
Der Egoist
[4]
erstellt von Admin am 08.02.2012 10:26
Sich selbst nur liebt der Egoist,
auf die Andern er vergisst.
D.R. Raymer
Der Handwerker
[29]
erstellt von Admin am 01.01.2011 19:32
Mit Wasserwaagenaugen, Elektrokabelhaaren und Scheuerdrahtkoteletten
auf einem Bohrmaschinenkopf, mit Motorsägezähnen, Hakennase,
Baggerschaufelarmen, Mauerkellenhänden, Kombizangenfingern,
Auflagerbockbeinen, Nagelschuhenfüßen und Hammerzehen dran,
brauchst beim Bau’n du keine Hilfe,
denn wie heißt’s: selbst ist der Mann.
D. R. Raymer
Der Igel
[26]
erstellt von Admin am 02.07.2010 11:27
In meinem grauen Stachelkleid
marschier’ ich kilometerweit,
im Unterholz bin ich zu Haus
und lebe dort in Saus und Braus.
Spinnen, Käfer, Obst, Gemüse
gibt’s in meiner Blumenwiese;
mit meiner kleinen spitzen Nase
find’ ich sie auch im hohen Grase.
Und will mir jemand mal an’s Bein,
roll ich mich schnell zur Kugel ein,
dann kann er beißen, stechen, kratzen,
mit noch so scharf beklauten Tatzen,
denn meine Stacheln, lang und spitz,
sind mehr als nur ein schlechter Witz
und wer sich mal an ihnen sticht,
der weiß, mit Igeln spielt man nicht.
Die Menschen haben mich sehr gern,
doch Autofahrern bleib’ ich fern,
und meistens sind sie viel zu schnell
für mich und für mein Stachelfell.
D’rum bleib’ ich, wenn ich such’ das Weite,
lieber auf meiner Straßenseite.
So treib’ ich mich durch’s Gartenjahr
und finde alles wunderbar.
Und wird’s dann kalt, leg’ ich mich nieder
und komme erst im Frühling wieder.
Der Irrtum
[32]
erstellt von Admin am 02.12.2010 12:44
Ein Koch in seiner Küche stand
im blütenweißen Kochgewand,
mit kahlem, weiß bemütztem Kopf
er prüft den blank geputzten Topf,
und das Geschirr, so weiß und rein
wie frisch gefall’ner Schnee muss sein.
So, stets auf Reinlichkeit bedacht,
der Koch ein Festmahl hat gemacht,
duftend, wie das Paradies,
das Gott den Menschen einst verhieß.
Der Gast mit lächelndem Gesicht
freut sich schon auf sein Leibgericht,
das er jetzt gleich bekommt serviert
von Obern, die sind gar zu viert!
Mit der Serviette angelegt
er hungrig und ganz aufgeregt,
nimmt Messer, Gabel in die Hand
und schaut über den Tellerrand.
Doch was er sieht, das ist fürwahr
mitten in der Köstlichkeit ein Haar!
Der Appetit ihm gleich vergeht,
sobald er dieses hat erspäht.
Denn ein fremdes Haar, so lang,
gehört in keinen Essengang.
Voll Zorn lässt er die Mahlzeit steh’n,
um angewidert heimzugeh’n.
Jedoch er täuscht sich ganz und gar,
denn das Haar sein eignes war.
Drum aufgepasst, ein falscher Schluss
bringt statt Genuss oft nur Verdruss.
D. R. Raymer
Der Rasenmähermann
[9]
erstellt von Admin am 08.08.2011 18:39
Was rattert da von fern heran?
Es ist der Rasenmähermann!
Denn es ist Samstag und halb zwei
und mit der Ruhe jetzt vorbei.
Im Schlaf, den ich gerade schlief,
ich eine Stimme hört’, die rief:
Steh auf, start’ deinen Mäher an,
werd' auch ein Rasenmähermann!
So gleich darauf entspannt ich schwitz’
in meinem Traktormähersitz
und mähe fröhlich alles nieder,
vom Klatschmohn bis zum Sommerflieder,
doch wie ich so zum Nachbarn schau,
kann ich sehen ganz genau,
auch er, gerade aufgewacht,
hat sich an’s Rasenmäh’n gemacht.
Der nächste Nachbar folgt sogleich
und schwebt über sein Rasenreich.
So geht es weiter immer fort,
Rasenmäher hier und dort,
ein Rasenmähermanngeschwader,
Benzin und Strom in jeder Ader
jagt über das grüne Gras
und hat jede Menge Spaß!
Erst das Stockdunkel der Nacht
hat dem Spuk ein End’ gemacht.