Das 1x1 des Obstbaumschnitts

Fotolia Obstbaumschnitt

Gut gepflegte und sorgfältig geschnittene Obstbäume bringen gute Ernte und große, süße Früchte. Dabei ist der Obstbaumschnitt keine Hexerei. Wenn man einige Grundregeln beachtet, kann nichts schief gehen. Der einzige Fehler wäre – nicht schneiden! Die Schere gehört zum wichtigsten Werkzeug des Obstbauern.

 

Warum müssen Obstbäume geschnitten werden?


Dafür gibt es mehrere Gründe:


·        Der Baumschnitt fördert die Gesundheit der Früchte

·        Geschnittene Obstbäume sind vitaler und stabiler

·        Der Schnitt sorgt für süße, große Früchte

·        Der Baumschnitt erleichtert die Ernte

 

 

Wann werden Obstbäume geschnitten?

 

Obstgehölze werden traditionell im Winter/zeitigen Frühjahr geschnitten. Da kein Laub am Baum ist erkennt man leicht, welche Äste entfernt werden müssen oder was zu dicht oder zu steil wächst. Der ideale Zeitpunkt liegt im Februar/März, wenn die Tage etwas wärmer werden und der Blattaustrieb bevorsteht. Nachdem der Frost vorbei ist, setzt auch die Wundheilung unmittelbar nach dem Schnitt ein und Krankheitserreger können nicht so leicht eindringen.

 

Ein zusätzlicher Sommerschnitt bietet sich an, wenn Wasserschosse entfernt werden müssen oder die Bäume sehr stark wachsen.


Welches Werkzeug/Hilfmittel wird benötigt?


Als Mindestausstattung reicht eine Gartenschere, eine Astschere und eine Säge. Die Wunden werden nach Möglichkeit – d.h., wenn die Stelle gefahrlos erreicht werden kann – mit einem Wundverschlussmittel behandelt; dieses sorgt für die Bildung von Kambiumgewebe (sorgt für die natürliche Wundheilung) und schützt vor Austrocknen.

 

Welche Äste werden geschnitten?


Zunächst wird der Haupttrieb gekürzt, damit der Baum nicht in den Himmel wächst. Der Haupttrieb wächst besonders schnell und muss im Frühjahr „eingebremst“ werden.


Alle Konkurrenztriebe an den Leitästen werden entfernt.


Nach innen wachsende und abgestorbene Triebe werden entfernt, damit die Baumkrone schön luftig und locker bleibt und die Sonne ungehindert an die Früchte kommt.


Alle senkrecht wachsenden „Wassertriebe“ werden ebenfalls abgeschnitten – sie bringen keine Frucht und stören nicht nur das Gesamtbild sondern auch die gesunde Entwicklung des Baumes.


All diese Schnittmaßnahmen sollen das eigentliche Fruchtholz fördern – dieses entwickelt sich aus den waagrecht wachsenden Trieben.


Einen gut geschnittenen Baum erkennt der Gärtner daran, dass man einen Hut durch die Krone werfen kann – so locker muss die Baumkrone geschnitten sein.


Junge Bäume erhalten einen Erziehungsschnitt – die Äste werden häufig nur eingekürzt; geschnitten wird mit der Schere ca. 1 cm über einer nach außen zeigenden Knospe.


Werden ganze Äste am Baum entfernt, muss knapp am Stamm oder Hauptast geschnitten werden  - keine Stummel stehen lassen!

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