Sträucher und Gehölze richtig schneiden
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Daran führt kein Weg vorbei: das wichtigste Werkzeug des Gärtners ist die Schere. Viele Hobbygärtner scheuen davor zurück, den umhegten Gehölzen und Sträuchern mit der Gartenschere oder Astsäge zu Leibe zu rücken. Dabei ist der richtige Schnitt das A und O eines gepflegten und gesunden Gartens. Je mehr man schneidet, desto mehr wächst die Pflanze, wird robust und widerstandsfähig.

 

Und es ist gar nicht so schwierig, wenn man einige Tipps beachtet.

 

Ganz wichtig ist der richtige Zeitpunkt: schneidet man Frühjahrsblüher im Herbst, fällt im Frühling die Blüte aus. Also: Forsythien, Flieder, Ranunkel, Schneeball und Co. werden unmittelbar nach der Blüte geschnitten, dann treiben die Sträucher neu aus und bilden über den Sommer die Knospen für das kommende Frühjahr.

 

Sommerblüher wie Hibiskus, Duftjasmin, Deutzie oder Sommerflieder schneidet man im Vorfrühling, also zwischen Februar und März, da sie ihre Knospen am diesjährigen Holz bilden.

 

Sind die Sträucher und Büsche zu dicht geworden, setzt man zum Auslichtungsschnitt an – die beste Zeit dafür ist der Winter, also während der Vegetationsruhe. Zwar fallen dem Auslichtungsschnitt Blüten zum Opfer, die Sträucher werden aber nicht so stark belastet wie bei einem Schnitt im Sommer. Außerdem ist der Winter die beste Zeit, weil kein Laub an den Ästen hängt und man sich schnell einen Überblick über die notwendigen Schnittmaßnahmen machen kann. Der Winter ist also keineswegs nur Ruhezeit für den Hobbygärtner. Allerdings kommen Frosttage für das Schneiden nicht in Frage, da gefrorenes Holz splittert und Wunden entstehen können. Apropos Wunden: werden größere Äste entfernt, bleiben Wunden nicht aus. Sind diese größer als eine 2-Euro-Münze, so sollte man sich mit Baumwachs schließen um ein Eindringen von Parasiten und Krankheitserregern zu vermeiden.

Trockene und abgestorbene Zweige kann man zu jedem Zeitpunkt im Jahr bedenkenlos entfernen.  

 

Und wie behandelt man z. B. Buchs, der ja keine Blüten bildet? Den Formschnitt bei Buchs legt man am besten in den Monaten zwischen A und A an – zwischen April und August darf geschnitten werden, was die Formschnittschere hergibt, danach bitte nicht mehr, da sich ansonsten für den bevorstehenden Winter zu schwache Triebe bilden.

 

Die wichtigsten Frühjahrsblüher:

Schneespiere, Schneeball, Blutjohannesbeere, Blutpflaume, Blauschotenstrauch, Ginster, Goldregen, Judasbaum, Duftschneeball, Flieder, Felsenbirne, Zierkirsche, Tamariske, Forsythie, Ranunkelstrauch, Magnolie

 

Die wichtigsten Sommerblüher:

Bartblume, Sommerflieder, Hibiscus, Hortensie, Weigelie

 

Ganz wichtig beim Schneiden ist das richtige Werkzeug. Alle Schneidegeräte müssen gut gepflegt und scharf sein – mit rostigem, wackeligen Werkzeug macht die Arbeit nicht nur viel mehr Mühe, auch den Pflanzen tut es nicht gut, wenn der Schnitt nicht exakt und ohne Quetschen durchgeführt werden kann.

 

Bypass-Scheren eigenen sich am besten beim Schnitt von Rosen und weichen Staudenstängeln. Dickere Äste z. B. von Obstbäumen erfordern eine Amboss-Schere, mit der ein kräftiger Schnitt möglich ist. Eine Hecke schneidet man mit einer Heckenschere – diese kann, wenn die Länge der Hecke eher überschaubar ist, manuell sein, oder elektrisch bzw. mittels Akku betrieben werden. Dazu kommen Astscheren, Teleskopscheren, Baumsägen, Formschnittscheren … nicht jeder Hobbygärtner braucht alle Arten, aber von den notwendigen Arten bitte nur gute Qualität – damit wird das Schneiden zum Vergnügen.