Gartenreise ins Grüne Berlin
Gartenreise

Gartenreisen sind Höhepunkte im Gartenjahr! Was gibt es Schöneres, als über den eigenen Gartenzaun zu schielen, fremde Gärten zu erkunden und Neues zu entdecken!?

Gedacht, getan: unsere Gartenreise führte und heuer ins „Grüne Berlin“ – die Hochburg geheimer Gärten, wunderschöner Parkanlagen und grüner Oasen.

Gartenreise Berlin
Wir haben uns dabei der fachkundigen Führung von Biogärtner Karl Ploberger anvertraut, der seit bald 20 Jahren Gartenreisen zusammenstellt und organisiert und uns im Rahmen einer ORF-Gartenreise Einblicke in bekannte und unbekannte Paradiese in Berlin und Umgebung gab. Voller neuer Ideen für den eigenen Garten und schöner Eindrücke von einer wunderschönen, gelungenen Reise geben wir hier einen kurzen, persönlichen Reisebericht:
Gartenreise Marzahn
Insgesamt besuchten wir 8 private und öffentliche Gärten – keine Angst, hier folgt nur ein kleiner Auszug von den Stationen, die bei uns den größten Eindruck hinterlassen haben. Das anhaltende feuchtkalte Wetter Ende August konnte unsere gute Laune jedenfalls nicht verderben, ein tolles Reiseprogramm sorgte für Abwechslung und ständig neue Erlebnisse. 
Foerstergarten in Potsdam-Bornim
Foerstergarten
Ein absolutes Highlight und Muss für jeden Hobbygärtner ist der Schau- und Versuchsgarten von Karl Foerster in Potsdam-Bornim. Foerster, der 1910 mit der Anlage des Gartens begann, gilt als Vordenker moderner, naturnaher Gartengestaltung. Karl Foerster errang international große Erfolge und breite Anerkennung.
Foerstergarten
„Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich wieder Gärtner, und das nächste Mal auch noch, denn für ein einziges Leben ward dieser Beruf zu groß“ sagte Karl Foerster, der 1970 im Alter von 96 Jahren starb.
Staudengarten
Sein Vermächtnis ist, neben mehr als 30 Büchern für Gartenliebhaber, in denen noch heute die Begeisterung Foersters wach ist und auf den Leser überspringt – der berühmte Foerstergarten, ein Gartendenkmal, von dem heute der Senkgarten, der Steingarten, Frühlingsweg und Herbstbeet erhalten ist.
Leider ist dieses unvergleichliche Juwel bedroht: es fehlt, wie so oft, am Geld. Nach dem Tod der Tochter von Karl Foerster im Frühjahr 2010 kümmert sich nun eine Stiftung um den Erhalt des Gartens. Falls dein Bankkonto drückt: hier wäre eine gute Gelegenheit, Geld sinnvoll einzusetzen.
Zweck des Gartens war, die optische Wirkung von Stauden und ihre Zusammenstellung im Umfeld mit den richtigen Nachbarn erlebbar zu machen. Karl Foerster „komponierte“ auf eindrucksvolle Weise stimmige Bilder eines Gartens, die sich im Laufe der Jahreszeiten verändern.
Ein wesentliches Merkmal der Philosophie Foersters war der geringe Pflegeaufwand, er prägte den Begriff des Gartens für „intelligente Faule“ und hat mit seinen Visionen bei unzähligen Hobbygärtnern neue Freude am Garten entfacht.

Mehr Fotos vom Foerstergarten
Privatgarten von Christa und Konrad Näser
Wir haben es immer schon gewusst: Gärtner leben glücklicher. Konrad Näser ist der Beweis: er war sein Leben lang Gärtner, zunächst bei Karl Foerster, jetzt, über 80, mit seiner Frau als Hobbygärtner. Näser strahlt Glück, Zufriedenheit, Einssein mit sich und der Natur aus, verkörpert das stille Glück, das eine eigene grüne Oase vermittelt. Der Gärtner gibt dem Garten Seele und Leben.
Privatgarten Konrad N
Sein grünes Reich hat die meisten Teilnehmer der Reise am stärksten beeindruckt und verzaubert: hier geht das Herz auf, hier atmet die Seele frei.

Privatgarten Konrad N
Das grüne Paradies der Näsers hat Zeit gebraucht, um seinen heutigen Charme zu entfalten. Als das Ehepaar 1958 das Stück Land in Potsdam-Bornin erwarb, war es eine Wildnis voller Quecken, Goldruten und Brombeeren. Falls dir das bekannt vorkommt, brauchst du nicht verzweifeln, sieh dir einfach die Fotos an - yes, the gardener can!
Privatgarten Konrad N
Anfangs überwog der Nutzgarten, dann diente der Garten als willkommener Spielplatz für die Kinder der Näsers. Schließlich wurde ein Ruheort mit vielen Sitzplätzen, Schmuckelementen und Skulpturen sowie einem Teich geschaffen.
Privatgarten Konrad N

Auch die Pflanzensortimente haben sich verändert: derzeit gilt die große Leidenschaft den Fuchsien, die wir bei unserem Besuch in voller Pracht bestaunen konnten. Seit einigen Jahren öffnen die Näsers ihren Garten auch für Gäste – eine Idee, die uns wunderbare Eindrücke erleben ließ.

Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn
G
Der Erholungspark Marzahn mit seinen Gärten der Welt wäre allein schon eine Reise wert. Eine lange Reise, denn hier findet man auf einem 100 ha großen Areal unterschiedliche Themengärten, in denen der Gast in neue Welten eintauchen und sich darin verlieren kann.

Wie hätten wir's denn gerne: Italienisch? Oder Japanisch? Lockt der Irrgarten oder die Blumenbeete in den weitläufigen Parkanlagen? Die Auswahl ist groß und die Zeit knapp. Keine Chance, den Chinesischen Garten, den Balinesischen, den Seouler, oder den Italienischen Garten zu erkunden, wir beschränken uns auf den Japanischen Garten und den Orientalischen Garten und versprechen den übrigen, wiederzukommen.
Japanischer Garten
Japanischer Garten

Der Japanische Garten im Erholungspark Marzahn ist weltberühmt und entstand im Rahmen einer Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Tokio. Die Pflanzen und Steine stammen aus Deutschland, die Materialien für die Gebäude aus Japan. Shunmyo Masuno, Zen-Priester und Professor für Gartengestaltung in Tokio, zeichnete für die Planung verantwortlich.
Japanischer Garten
Auf einem Rundweg erkundet der Besucher eine eigene Welt, in der Hektik, Lärm und Stress ausgeblendet sind. Der Garten mit seiner reduzierten Formensprache ist eine Stätte der Ruhe und Besinnlichkeit inmitten einer geschäftigen Zeit.
Japanischer Garten
Auf begrenztem Raum wurden hier miniaturhafte Landschaftsszenen gestaltet, die spezifische Stimmungen hervorzurufen vermögen – ein wahres Kunstwerk, das man auf sich wirken lassen muss.
Japanischer Garten
Die einzelnen Stationen des Gartens, insgesamt sind es 9, wie Haupttor, Steinerner Wasserfall, Nördlicher Garten, Pavillon, Zen-Garten oder Östlicher Rasenplatz sind überwältigend in ihrer Schlichtheit und Harmonie. Hier spürt und erlebt der Besucher hautnah, welche großartigen kreativen Leistungen die Steinsetzungen Japanischer Gärten ausmachen.
Orientalischer Garten
Orientalischer Garten

Der Orientalische Garten im Erholungspark Marzahn war dann sozusagen unser Kontrastprogramm: überwältigend an Formen und Farben, berauschend mit einer Fülle von Wasserspielen, Mosaiken und bunten Blüten. Auch hier möchte man verweilen, eintauchen in Tausend und Eine Nacht und den süßen Duft der Blüten in sich aufnehmen – Marzahn ist eine Reise wert. Eine lange Reise.
Privater Landschaftsgarten von Gitta und Ekkehard Bräuer
Waldgarten Br
Garteln verbindet. Wer hat noch niemals Stauden mit anderen Gärtnern getauscht oder Tipps und Tricks gegen die Schneckenplage erörtert? Ekkehard Bräuer kann selbst wenn eine Horde von 50 begeisterten Hobbygärtnern in sein grünes Reich eindringt, sein Gärtnerherz nicht verschließen und läuft mit Regenschirm und Spaten durch seinen wunderschönen Waldgarten, um einige seiner Besucher mit Ablegern seiner Stauden zu beglücken.
Landschaftsgarten

Seine Anlage wurde von dem bekannten Gartenarchitekten Hermann Göritz gestaltet. Der wunderschöne Baumbestand ist großflächig mit Bodendeckern unterpflanzt, einen guten Teil des Gartens machen Staudenbeete aus.  Liebevolle Details machen den Bräuergarten zu einem sehr persönlichen Juwel, das seinesgleichen sucht. 

Landschaftsgarten
Unkraut konnten wir keines entdecken - obwohl ein Schild am Eingang unmissverständlich warnt: "Traue nicht dem Ort, an dem kein Unkraut wächst."
Nächste Reisepläne
Hilft nix: nach der Reise ist vor der Reise. Nächstes Jahr schauen wir uns, mit Kamera bewaffnet, wieder in fremden Gärten um, sammeln Ideen und Erfahrungen bei unserer nächsten Gartenreise.

>> Gartenreise England
>> Chelsea Flower Show
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www.baldur-garten.de