Schutz
Heimischen Gehölze sind zwar in der Regel winterhart, frisch gepflanzte Bäume und Sträucher, die gegenüber der kalten Witterung noch empfindlich sind, sollten jedoch mit einem Winterschutz versehen werden, wobei Jungbäume mit einer Juteummantelung oder mit einem Kalkmilchanstrich versehen werden, damit die noch weiche Rinde nicht reißt.

Nach starkem Schneefall möglichst rasch den Schnee abschütteln, um zu verhindern, dass Äste abbrechen oder knicken. Auch eine regelmäßige Kontrolle empfiehlt sich, z. B. um festzustellen, ob sich Sträucher oder Bäume durch Stürme gelockert haben, oder um frisch gepflanzte Gehölze vor Schäden durch Hochfrieren zu schützen (dabei wird der Wurzelballen durch gefrierendes Wasser nach oben gedrückt, verliert den Bodenkontakt und kann vertrocknen), indem der Ballen wieder festgedrückt wird, um den Kontakt der Wurzeln mit der Erde wiederherzustellen.
Schneiden
Obstbaumschnitt Fotolia
Da sich die Pflanzen in ihrer winterlichen Ruhephase befinden in der auch die sogenannte Saftruhe stattfindet, ist jetzt die beste Zeit für einen Schnitt, wobei dieser aber nur an trockenen und frostfreien Tagen durchgeführt werden darf.

Bei sommergrünen Laubgehölzen unterscheidet man zwischen einem Auslichtungsschritt (auch Erhaltungs- oder Pflegeschnitt), bei dem in erster Linie altes, wachstumsmüdes Holz entfernt wird (dieser Schnitt muss nicht jedes Jahr erfolgen), und dem Erziehungsschnitt, der bei Junggehölzen vorgenommen wird, um sie zu einer schönen Wuchsform zu führen.

Der Erziehungsschnitt von Sträuchern sollte so vorgenommen werden, damit die Pflanze so wachsen kann, dass Sonnenlicht und Luft gleichmäßig alle Äste erreichen. Bei Bäumen werden die Seitentriebe nur wenig geschnitten, damit sie schön nach außen wachsen können, und stark gekürzt werden sämtliche nach oben wachsende senkrechten Triebe, nicht jedoch der Haupttrieb, der nur soweit gekürzt wird, dass er die übrigen Äste um ca. eine Handbreite überragt. Der Auslichtungsschnitt hat den Sinn, Äste im Bauminneren zu entfernen, damit mehr Licht in die Krone von Laubbäumen gelangt, eine wichtige Grundvoraussetzung für den Wuchs frischer Triebe. Man entfernt dabei schwaches und zu dicht wachsendes Gehölz und den Großteil der Äste, die in die Krone hinein wachsen.

Bei Sträuchern dient der Auslichtungsschritt dazu, das Verwildern zu verhindern, das zum sogenannten Vergreisen der Pflanzen führt. Dabei werden, ähnlich wie beim Erziehungsschnitt, alte, zu dicht wachsende Triebe knapp über dem Boden abgeschnitten.

Immergrüne Laubgehölze werden nur geschnitten, wenn sie in einer bestimmten Form, etwa kugelförmig, wachsen sollen, und zurückgeschnitten, falls sie im unteren Bereich Frostschäden zeigen oder kahl werden. Auch Nadelgehölze benötigen normalerweise keinen Schnitt, dieser ist oft sogar schädlich, da die Wunden mitunter verharzen können. Kleine Korrekturmaßnahmen können vorgenommen werden, wenn die Nadelgehölze einen senkrecht nach oben wachsenden Mitteltrieb mit seitlich ausladenden Ästen aufweisen, und zwar dann, wenn sich Konkurrenzleittriebe entwickeln oder der Mittelleittrieb nicht gerade wächst.
Tipp: Die Schnittfläche muss glatt sein und möglichst klein gehalten werden. Das Schneidwerkzeug sollte scharf sein und immer im rechten Winkel zum Ast oder Zweig angesetzt werden. Schwere Äste in mehreren Stufen von außen nach innen schneiden, damit sie nicht am Ansatz abbrechen.
Stauden

 

Schutz
Funkien
Empfindliche Stauden wie Funkien, Rittersporn oder Astilben benötigen einen guten Winterschutz, z. B. eine Abdeckung mit Nadelzweigen, die fest in den Boden gesteckt werden und einerseits zur Wärmeisolierung dienen und andererseits einen Schutz vor Schnee und Sonneneinstrahlung bieten.

Zusätzlich kann man auch einen Laubschutz auf den Boden aufbringen, der die Kälte nicht so schnell und tief in den Boden um den Wurzelbereich eindringen lässt. Bei unempfindlicheren Stauden reicht es in der Regel, die verwelkten und abgeschnittenen Pflanzenteile um die Pflanze herum liegen zu lassen.
Pflege
Wie bei den Gehölzen, müssen auch Stauden regelmäßig auf Hochfrieren kontrolliert werden und diese im Bedarfsfall festgedrückt werden. Immergrüne Stauden müssen auch im Winter bei frostfreiem Boden gegossen werden, damit sie nicht vertrocknen, und dass schwerer Schnee von den Ästen abgeschüttelt werden muss, versteht sich mittlerweile von selbst.
Rosen
Rosen
Um die Königin des Gartens gesund über den Winter zu bringen, muss sie zeitgerecht mit einem „Wintermantel“ vor strengem Frost und eisigem Wind geschützt werden. Beetrosen werden angehäufelt, d. h., bis zu einer Höhe von mindestens 20 cm über der Veredelungsstelle mit Erde bzw. Kompost (nicht mit in der Natur nur begrenzt vorhandenem Torf!) umgeben, wobei die Erde jedoch nicht um die Pflanzen herum zusammengekratzt werden darf, da dadurch unter Umständen die Wurzeln freigelegt werden können.

Eine zusätzliche Laubabdeckung schützt ebenso vor Kälte und verwandelt sich bis zum Frühjahr in köstlichen Humus für deine Rosen. Wie bei den Stauden können auch feuchtigkeitsdurchlässige Nadelzweige als Schutz vor Schnee und Sonne aufgestellt werden. Kletterrosen sind relativ robust, werden aber zum Schutz vor allzu strengen Frösten mit Strohmatten, Schilf oder Nadelzweigen abgedeckt und von unten mit Erde angehäufelt.

Rosenhecken, die zu groß zum Abdecken sind, werden nur angehäufelt. Bei jungen Hochstammrosen wird der Stamm vorsichtig umgebogen und die Pflanzenkrone in ein vorbereitetes Erdloch gedrückt und anschließend mit Erde angehäufelt. Bei älteren Stammrosen werden die Zwischenräume in der Pflanzenkrone mit Stroh, Holzwolle oder auch Papier gefüllt und die Krone selbst (auch die Veredelungsstelle) dann mit Jute oder Vlies (nicht mit Folie - die kann auf Grund des Glashauseffekts an sonnigen Tagen Wärme speichern und die Pflanze zum Austreiben anregen, was in den eisigen Nächten zu schweren Schäden an den vorzeitigen Trieben führt) eingepackt und zusammengebunden. Die Wurzeln der Rose werden mit Mulch oder Laub geschützt, wie gewohnt.
Tipp: Zum Abdecken von Beetrosen mit Laub kein Rosenlaub verwenden, da sich darauf Krankheitserreger (Sternrußtau, Mehltau etc.) befinden können, die im nächsten Jahr deine Rosen befallen und ihnen Schaden zufügen können.
Gräser
Gr
Diese lässt man über den Winter stehen, sie bilden einen hübschen Blickfang im sonst eher trostlosen Garten während des Winters; deshalb werden sie nur zusammengebunden, um das „Herz“ der Pflanze vor Nässe, Kälte und Frostschäden zu schützen. Der Rückschnitt erfolgt erst im Frühjahr.
Rasen
Rasen m
Vor Beginn des Winters darf der letzte Rasenschnitt nicht zu kurz sein (er soll etwa 3 cm betragen), da zu kurz geschnittenes Gras sehr leicht von Pilzerkrankungen befallen wird, wobei der Grasschnitt, entfernt werden muss (faulendes Gras ist eine Brutstätte für Krankheitserreger). Den Winter über sollte der Rasen aus verschiedensten Gründen am besten nicht betreten werden. Einerseits können die gefrorenen Grashalme leicht brechen und absterben, was zu Pilzbefall führen kann, andererseits bleiben an der verdichteten Schnittstelle gelbe Flecken zurück.
Balkon und Terrasse
K
Nicht winterharte Kübelpflanzen in helles Winterquartier (5 bis 10°C) überstellen und regelmäßig auf Schädlingsbefall und Krankheiten kontrollieren und mäßig gießen, kranke Pflanzen isolieren und entsprechend behandeln, abgefallenes Laub entfernen. Frostfeste Kübelpflanzen musst du mit einem guten Winterschutz versehen. Dazu stellst du die Pflanzen möglichst eng zusammen und umwickelst den (frostbeständigen) Topf (den Wurzelbereich) mit mehreren Lagen von Sackleinen, die du mit einem Bindfaden oder Draht fest zusammenschnürst. Die Pflanze selbst wird mit Vlies umwickelt und dieses festgebunden, wobei du vorher die Zweige kompakt zusammenbindest. Gut bewährt hat sich auch, die Kübel auf einen offenen Untergrund (Holzgerüst, flache Steine etc.) zu stellen, um den Boden von unten zu belüften und Fäulnisbildung vorzubeugen.
Tipp: Tontöpfe sind nicht immer frostbeständig. Du kannst sie aber mit einem Anstrich versehen, der die Poren für die Wasseraufnahme undurchlässig macht, aber luftdurchlässig ist.
Gartenteich
Schutz
Gartenteich
Der Schutz im Bereich des Gartenteiches gilt in erster Linie den tierischen Teichbewohnern, Zierfische, Frösche etc., die über den Winter mit Sauerstoff versorgt und vor dem Zufrieren ihres Lebensraumes geschützt werden wollen. Das heißt, der Teich muss ausreichend tief sein (mindestens 80 cm), andernfalls sind Fische in ein Winterquartier zu bringen. Freihalter wie Strohbündel, aber auch der natürliche Pflanzenbewuchs wie Gräser stellen den Sauerstoffaustausch zwischen der Umgebung und dem Wasser sicher. Kälteempfindliche Uferbepflanzung wie üblich mit Nadelstauden und Laub schützen.
Pflege
Im Teich befindliche Blätter und abgestorbene Teile von Wasserpflanzen (auch vom Grund) entfernen, da sie beim Faulen dem Teich Sauerstoff entziehen, den die anderen Lebewesen darin benötigen, was oft zur Bildung von Faulschlamm und zu Algenwachstum führen kann.

Falls die Gefahr besteht, dass der Teich auf Grund seiner geringen Tiefe durchfriert, müssen nicht winterharte Pflanzen, die in Körben gesetzt sind, herausgenommen und ins entsprechenden Gefäßen (ca. 30 cm hoch und mit etwa 10 cm Erde und Wasser gefüllt) ins Winterquartier (Wintergarten, heller Keller etc.) gebracht werden. Nicht vergessen sollte man, Teichpumpen, die nicht mehr als 60 cm im Wasser stehen, herauszunehmen und nach einer gründlichen Reinigung frostfrei zu lagern.
Nutzgarten
Schutz
Winterschutz f
Nur frisch gepflanzte Obstbäume benötigen einen Winterschutz, der aus einer Juteumhüllung oder einem Kalkmilchanstrich besteht. Auch frostempfindliche Beerensträucher müssen durch Aufbringen von Laub, Stroh, Mulch oder Nadelzweigen geschützt werden.
Pflege
Apfelbaum
Damit Obstbäume so reiche Frucht tragen wie auf dem Foto, müssen sie entsprechend gepflegt werden. Im Winter ist die günstigste Zeit, deinen Obstbäumen und deinen Beerensträuchern einen entsprechenden Schnitt (Erziehungsschnitt oder Auslichtungsschritt wie bei den Gehölzen beschrieben) zu verpassen, wobei bei Letzteren der Erziehungsschnitt an den Ästen knapp über dem Boden durchgeführt wird.

Nicht winterharte Kräuter in einem kühlen Raum überwintern, mäßig gießen und regelmäßig auf Schädlingsbefall untersuchen. Kranke Pflanzen isolieren und entsprechend behandeln, abgefallenes Laub entfernen.
Tipp: Feldsalat, der im September ausgesät wird, versorgt dich im Winter mit frischen Vitaminen und ist gleichzeitig eine ausgezeichnete Gründüngung für das Frühjahr, die den Boden nicht nur mit Nährstoffen versorgt sondern ihn auch wunderbar auflockert.
Es gibt also auch während des langen Winters in unseren Breiten genug Körperertüchtigung für den Gartenfreund, und die stille Jahreszeit hat ihren Reiz nicht nur im Blick aus dem Fenster deines angenehm warmen Wohnzimmers auf schneebedeckte Hecken und Sträucher, silbrigen Rauhreif auf zierlichen Gräsern und vom Wind bewegte knorrige Bäume, sondern auch in der aktiven Pflege deines Gartens, der dir dein Mühe im nächsten Frühling mit einer gesunden, aufregenden und betörenden Farben- und Blütenpracht dankt.
Natürlich vergisst du als Garten- und Naturliebhaber in dieser Zeit auch nicht auf das Füttern der Vögel in deinem Garten.
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