Vögel füttern - so ist es richtig
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Unsere gefiederten Freunde, die Singvögel in unseren Gärten, brauchen jetzt wieder unsere Unterstützung.

Vogelfütterung = Naturschutz

Über die Fütterung von Wildvögeln gibt es ja unterschiedliche Meinungen. Jahrzehntelang wurde das Füttern von Vögeln überhaupt in Frage gestellt. Nachdem die Bestände jedoch bedrohlich zurückgehen, wird Vogelfütterung heute als Naturschutz angesehen. Während nun die eine Seite davon ausgeht, dass mit der Fütterung erst begonnen werden sollte, wenn der Boden gefroren ist und eine Schneedecke verhindert, dass die Vögel im ausreichenden Maße auf natürliche Nahrungsquellen zurückgreifen können, plädieren andere dafür, Vögel das ganze Jahr über zu füttern, da ihr Lebensraum stark eingeschränkt ist und das Nahrungsangebot immer geringer wird. Die Entscheidung muss der Gartenbesitzer selbst treffen und wird wohl stark von der Umgebung bzw. dem dortigen Nahrungsangebot abhängen. Tatsache ist jedenfalls, dass die offenen Landschaften stark zurückgehen und die Nahrungsquellen, zumindest im Winter, nicht mehr ausreichen, um die Bestände zu halten. England ist in dieser Beziehung Vorreiter und die Ganzjahresfütterung ist dort überaus populär.

Naturnahe Gärten als Wohnraum für Singvögel

Naturnahe Gärten sind an und für sich ergiebige Nahrungsquellen für Singvögel und bieten darüber hinaus geeignete Nistmöglichkeiten. Durch das vielfältige Nahrungsangebot, das heimische Sträucher bieten, steigt die Vielfalt an Vogelarten, die den Garten bevölkern. Die Vögel danken uns mit ihrem Gesang und sind gerne gesehene Gartenhelfer im Kampf gegen Schädlinge. Das Anlegen naturnaher Gärten ist demnach nachhaltiger Natur- und Vogelschutz.  Beeren, Samen oder Obst allein reichen im Winter jedoch nicht aus, Vögel benötigen auch Fettfutter, um gesund durch den Winter zu kommen.  Auch bei ausreichender Fütterung geben die Singvögel das stundelange Suchen nach natürlichen Nahrungsquellen nicht auf, Sorgen um eine „Wohlstandsverwahrlosung“ von gefütterten Wildvögeln braucht man sich also nicht zu machen.

Was steht auf dem Speiseplan?

Vögel füttern steht also außer Streit – aber wie macht man‘s richtig?  Oberstes Gebot ist eine artgerechte Fütterung – Speisereste oder verdorbene Lebensmittel sind völlig ungeeignet und verursachen mehr Schaden als Nutzen.  Auch Brot- oder Kuchenreste kommen in den Abfall und nicht auf die Futterstelle. 

Verschiedene Vogelarten haben verschiedene Bedürfnisse. Erdnüsse, Hanfsamen, Hirse, Fettfutter und Haferflocken sollten auf jeden Fall im Nahrungsangebot sein. Futterhäuschen, in denen das Futter offen angeboten wird, sind zwar nach wie vor sehr beliebt,  werden aber leicht durch Vogelkot verunreinigt. Auf diese Weise können leicht Krankheiten übertragen werden – und das ist wohl das Letzte, was wir uns als verantwortungsbewusste Gärtner wünschen. Sauberkeit und häufiges Reinigen ist also oberstes Gebot. Ideal und nicht so arbeitsintensiv sind Futtersilos, Meisenknödel oder Meisenringe, die in Bäume oder Sträucher gehängt werden – am besten natürlich unerreichbar für die Hauskatze, dafür aber vom Fenster aus gut einzusehen. Rotkelchen und Amseln sind auch für Äpfel dankbar, die man ebenfalls in Bäumen aufhängen kann. Getrocknete Beeren, Rosinen, Samen und Nüsse kommen in den Futterspender. Erdnussspender sollten ebenfalls an keiner Futterstelle fehlen, sie bieten vielen Vogelarten hochwertige Nahrung. Winterstreufutter enthält meist viele Sonnenblumenkerne und dazu Hanf und Erdnüsse.

Mehrere Futterstellen im Garten

Idealerweise legt man mehrere Futterplätze im Garten an, um den“ Konkurrenzdruck“ unter den Singvögeln  zu verringern. Bei diesem reichhaltigen und vielfältigen Nahrungsangebot lassen sich unsere Singvögel nicht lange bitten. Schon bald stellen sich die Gäste ein: Amseln, Rotkehlchen, Blaumeisen, Spechte, Kohlmeisen, Haubenmeisen, Grünlinge, Kleiber, Finken, Kernbeisser, Seidenschwänze, Tannenmeisen und viele mehr bevölkern die Futterplätze.  In vielen Gärten finden sich an die 20 verschiedene Vogelarten bei den Futterstellen ein. Beobachten macht Spaß! Mit dem richtigen Vogelbestimmungsbuch zur Hand sind Alltagssorgen schnell vergessen.

Wenn man rechtzeitig mit dem Füttern beginnt, kennen die Vögel im Hochwinter bereits ihre bevorzugten  Futterplätze; im Frühling steigen sie selbst auf eiweißreiche Insekten um, vor allem beim Aufziehen der Brut. Ab diesem Zeitpunkt dient eine eventuelle Ganzjahresfütterung nur noch als willkommenes „Zubrot“.

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