Was jetzt im Garten zu tun ist
Im Herbst hat der Gärtner alle Hände voll zu tun. Jetzt heißt es graben, setzen, schneiden, vorbereiten für den Winter und vieles mehr. Also ran an Spaten, Schere und Rechen!
Der Herbst ist auch die beste Zeit, um Hecken, Sträucher und Rosen zu pflanzen oder Pflanzungen zu erneuern.
Mit folgenden Tipps hast du alles gut im Griff:
Nutzgarten
Jetzt erntest du die Früchte deiner Arbeit! Tipps zum Konservieren und Lagern der Kostbarkeiten findest du unter
Erntezeit.
Aber natürlich gibt es noch jede Menge anderer Arbeiten zu tun:
Fallobst wegräumen, Äste von Obstbäumen abstützen
Pflanzschnitt und Schädlingsschutz bei neu gepflanzten Bäumen (ein Leimring um den Baumstamm hindert Schädlinge daran in die Krone gelangen);
krankes Laub von Erdbeeren entfernen, Himbeersträucher schneiden (abgestorbene Triebe bis zum Boden zurückschneiden) und alle Beerengewächse mit Kompost oder organischem Dünger versorgen;
Kräuter teilen, konservieren und nicht winterharte Kräuter in Winterquartier bringen.
Der Herbst ist auch eine gute Zeit, um Obstbäume und Beerensträucher zu pflanzen.
Tipp: Feldsalat, der im September ausgesät wird, versorgt dich im Winter mit frischen Vitaminen und ist gleichzeitig eine ausgezeichnete Gründüngung für das Frühjahr, die den Boden nicht nur mit Nährstoffen versorgt sondern ihn auch wunderbar auflockert.
Was tun mit Laub im Herbst?
Das fallende Herbstlaub spaltet die Gartenbesitzer in zwei Lager: auf der einen Seite diejenigen, die jedem fallenden Blatt hinterhereilen und den Garten klinisch sauber in die winterliche Ruhephase verabschieden möchten. Auf der anderen Seite die Ökofreaks, die Laub Laub sein lassen und das Tanzen der Blätter genießen.
Dabei ist Laub eine wichtige Ressource im Garten, die kein Gärtner ungenutzt lassen sollte!
1. Laub verbessert die Bodenqualität. Auch Gemüsebeete sind dankbar für eine Schicht Herbstlaub und sollten über den Winter keinesfalls kahl bleiben. Etwas Reisig auf der Laubschicht verhinderr, dass die Herbststürme das Laub wieder auseinanderreißen. Bis zum Frühling ist ein großen Anteil des Laubs zu fruchtbarer Erde geworden.
2. Aus Laub wird wertvoller Kompost. Laub am besten mit dem Rasenmäher zerkleinern, um die Rotte zu beschleunigen. Wichtig ist auch, das Laub erst trocknen zu lassen, bevor es auf den Kompost kommt, da es ansonsten leicht verklebt und fault. Gut mit den übrigen Kompostbestandteilen vermischen.
3. Laub bildet eine Mulchschicht. Unter Hecken und Sträuchern kann das Herbstlaub liegen bleiben - hier bildet die Mulchschicht einen natürlichen Winterschutz und wird nach und nach zu wertvollen Humus. Außerdem verhindert es das Aufkommen von Unkraut und aktiviert das Bodenleben.
4. Last but not least sind Laubhaufen willkommene Überwinterungsquartiere für zahlreiche Nützlinge im Garten.
Kübelpflanzen überwintern
Vor den ersten Nachtfrösten kommen die Kübelplanzen ins Winterquartier. Vor dem Einräumen noch mal prüfen, ob die Pflanzen gesund und ohne Schädlingsbefall sind. Kübelpflanzen, die ohne Laub überwintern, wie etwa die Engelstrompete oder das Wandelröschen, sind recht anspruchslos. Sie werden vor dem Einräumen kräftig zurückgeschnitten. Blüten, Knospen, Blätter und dürre Zweige werden entfernt, dann geht es ab in einen dunklenm, frostfreien Raum (Keller, Garage).
Immergrüne Kübelpflanzen wie
Oleander, Bleiwurz, Lorbeer oder Olivenbaum sind schon anspruchsvoller und benötigen auch im Winter einen hellen, aber frostfreien Standort. Wintergärten können als "Orangerie" dienen, es reichen aber auch ungeheizte Räume wie das Treppenhaus, falls man da genügend Platz hat. Unser Foto zeigt eine Sommerküche, die über den Winter als Kübelpflanzenhotel dient.
Während der Winterrast wird nur wenig gegossen und nicht gedüngt. Hin und wieder Lüften wäre aber gut, um Schädlingsbefall gar nicht erst aufkommen zu lassen. Wenn sich doch Schildläuse oder Spinnmilben einnisten, helfen Insektizidstäbchen, die man ganz einfach in die Erde steckt.
Gartenteich
Abgestorbene Teile von Wasserpflanzen entfernen, da sie beim Faulen dem Teich Sauerstoff entziehen. Das ist zwar mühsam, aber du beugst der Bildung von Faulschlamm und übermäßigem Altenwachstum vor und kannst dich so an einem gesunden Teich mit vielen Lebewesen freuen. Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, um Pflanzen auszulichten, die über den Sommer zu groß geworden sind.
Natürlich wird auch abgefallenes Laub am Teichgrund zu Schlamm - wenn du also viele Laubbäume in der Nähe hast, kannst du viel Arbeit sparen, wenn du noch vor dem Laubfall ein Netz über den Teich spannst, in dem du das Laub sammelst, bevor es in den Teich fällt.
Auch bei guter Pflege - irgendwann wird die Schlammschicht im Teich zu dick und du kommst nicht darum herum, mit dem Schlammsauger aufzuräumen. Vorsicht auf die vielen Lebewesen, die sich im Schlamm verstekcen, gib ihnen nach dem Absaugen die Möglichkeit, wieder in den Teich zurückzugelangen, indem du z. B. den Schlamm zunächst am Teichufer lagerst.
Falls dein Teich nicht tief genug ist und die Gefahr besteht, dass er im Winter durchfriert, müssen nicht winterharte Pflanzen, die (hoffentlich) in Körben gesetzt wurden, herausgenommen und in entsprechenden Gefäßen (ca. 30 cm hoch und mit etwa 10 cm Erde und Wasser gefüllt) ins Winterquartier (Wintergarten, helle Keller etc.) gebracht werden.
Nicht vergessen sollte man, Teichpumpen, die nicht mehr als 60 cm im Wasser stehen, herauszunehmen und nach einer gründlichen Reinigung frostfrei zu lagern.
Setzen
Der September ist die ideale Pflanzzeit für Nadelgehölze und immergrüne Laubgehölze (mit Ballen) und sommergrüne Laubgehölze (ohne Ballen).
Am besten setzt man die Pflanzen vor einem Regen (Wetterbericht beachten!), damit sie gut eingewässert werden - notfalls mit Gießkanne oder Wasserschlauch nachhelfen. Dabei gilt wie immer die allgemeine Setzregel: das Pflanzloch sollte ungefähr zweimal so groß sein wie der Wurzelballen. Nach dem Einsetzen das Pflanzloch mit guter Pflanzerde, eventuell mit Kompost gemischt, auffüllen und die Erde festtreten; anschließend gründlich wässern.
Tipp: Große Gehölze müssen in der Anwachsphase gestützt werden. Die Stütze sollte schon vor dem Pflanzen in den Boden getrieben werden, andernfalls könnten die Wurzeln beschädigt werden.
Sommergrüne Blütengehölze setzt man ohne Ballen, also wurzelnackt, nach dem Laubfall. Vor dem Einsetzen Pflanze einige Zeit in ein Wasserbad tauchen, damit sich die Wurzeln mit Wasser vollsaugen können, und Wurzeln etwas einkürzen.
Sommergrüne Laubgehölze pflanzt man am besten im Oktober, nachdem sie das Laub abgeworfen haben, damit sie im noch ausreichend warmen Boden schnell neue Wurzeln ausbilden und somit kräftig anwachsen können und so den Winter ohne größere Schäden überdauern können. (Der Nährstoffbedarf bei sommergrünen Gehölzen ist nicht sehr hoch, da sie sich im Winter in ihrer Ruhephase befinden).
Ballenlose Gehölze werden nach dem Pflanzen erst im nächsten Frühjahr geschnitten, wobei die oberirdischen Pflanzenteile ca. um ein Drittel verkürzt werden.
Immergrüne Nadel- oder Laubgehölze, auch Hecken, bringt man am besten im September in den Boden, denn so sind sie vor dem Winter bereits fest eingewurzelt und vor dem Vertrocknen in der kalten Jahreszeit geschützt.
Der Herbst, insbesondere der September, ist auch die beste Zeit, um Stauden zu pflanzen, die im nächsten Sommer blühen sollen.
Die Pflanzen werden so tief in ihr Pflanzloch gesetzt, wie sie zuvor in ihren Töpfen gestanden sind. Es gelten die üblichen Pflanzregeln (Nach dem Pflanzen Boden festdrücken, in der Anwachsphase für ausreichende Bewässerung sorgen).
Bestimmt Stauden („Kaltkeimer“) kann man im Herbst auch in Aussaatkisten aussäen. Dabei drückt man die Aussaat in die zuvor gezogenen Rillen in der Aussaaterde und gibt noch etwas Erde darüber. Danach befeuchten und das Kistchen den Winter über in ein Frühbeet stellen. Die im Frühjahr erscheinenden Keimlinge werden einzeln ausgepflanzt.
Hast du auch Lust auf so ein tolles Tulpenbeet im Frühling? Dann muss du jetzt Tulpenzwiebeln pflanzen! Tipps für einen schönen Frühlingsgarten findest du unter
Jetzt den Frühling pflanzen.
Umsetzen
Nach dem Laubfall im Herbst ist auch die beste Gelegenheit, Gehölze an einen anderen Standort umzusetzen, wobei darauf zu achten ist, dass diese nicht länger als etwa vier bis fünf Jahre an ihrem bisherigen Standort waren.
Beim Umsetzen versucht man, den Wurzelballen möglichst groß auszugraben, damit die wichtigen Feinwurzeln mitgenommen werden. Zum Transport umwickelt man den Wurzelballen fest mit einem Leinen- oder Jutetuch. Nach dem Einsetzen schneidet man die Triebe etwas zurück, damit der nun kleiner Wurzelballen die Pflanze ausreichend mit Nährstoffen versorgen kann.
Hecken schneiden
Verwelkte Blüten von Herbstblühern entfernen, damit sie möglichst lange neue Blüten bilden können und Blütenstände stehen lassen. Erst im Frühjahr zurückschneiden.
Will man Hecken und Sträucher im Herbst schneiden, sollte man das erst tun, wenn das Triebwachstum abgeschlossen ist.
Vorsicht: Manche Sträucher setzen bereits im Herbst die Blüten für das nächste Jahr an. Ein Rückschnitt wäre in diesem Fall äußerst kontraproduktiv, weil damit die Blütenpracht für den nächsten Sommer eliminiert würde. Frühjahrsblühende Sträucher wie Forsythien schneidet man ohnehin nach der Blüte im Frühsommer, sonst gibt’s im Frühling keine Blüten.
Hecken in Form zu bringen, die über den Sommer ein gutes Stück gewachsen sind, ist ein erheblicher Aufwand und bei großer Höhe für den Laien nicht ungefährlich. Am besten lässt man da
Profis ans Werk, die den Grünschnitt bei Bedarf auch entsorgen.
Rosen
Auch Rosen pflanzt man am besten im Herbst, da die Pflanze ihre Kraft nun nicht für den Austrieb aufwenden muss, sondern alle Kraft in die Wurzelentwicklung steckt.
Die Standortwahl ist für Rosen sehr wichtig, da sie sonnige und luftige Standorte ohne Staunässe bevorzugen. Es sollte auch berücksichtigt werden, wie die Pflanze optisch am besten zur Geltung kommt, je nach Breite und Höhe weiter vorne oder hinten im Beet, am Rand oder zwischen anderen Gewächsen. Der Boden für die Rosen sollte locker, nährstoffreich und tiefgründig sein, denn Rosen sind Tiefwurzler. Das Pflanzloch so groß ausheben, dass sich die Veredelungsstelle nach dem Pflanzen ungefähr fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche befindet.
Bei der Rosenpflege ist im Herbst folgendes zu beachten: abgestorbenes Holz und verwelkte Blüten entfernen, lange Triebe von Beetrosen auf etwa Kniehöhe abschneiden.
Der eigentliche Rosenschnitt erfolgt erst im Frühjahr. Vor dem Winter wird die Rose mit Erde angehäufelt, indem um die Pflanze herum ein kleiner Erdhügel aufgehäuft wird, um sie vor den strengen Witterungseinflüssen während der kalten Jahreszeit zu schützen.
Tipp: Abgefallenes Rosenlaub nicht liegen lassen, da sich darauf Krankheitserreger (echter Mehltau etc.) befinden können, die im nächsten Jahr neue Schäden im Garten anrichten können. Unbedingt im Restmüll entsorgen, nicht auf den Kompost!
Rasen
Vor dem Winter vertikutieren (zuerst in Längs- dann in Querrichtung), um den Rasen vom Wurzelfilz zu befreien, danach am besten mit Kalidünger (kein Stickstoffdünger!) düngen.
Gräser
Gräser lässt man im Herbst am besten stehen, sie bilden einen hübschen Blickfang im sonst eher trostlosen Wintergarten. Damit hohe Gräser nicht unter der Schneelast zusammenfallen und um das „Herz“ der Pflanze vor Frostschäden zu schützen, werden Gräser zusammengebunden. Der Rückschnitt erfolgt erst im zeitigen Frühjahr.
Winterschutz
Last but not least bekommen empfindliche Schönheiten noch Pudelmütze und Wollsöckchen für den Winter: Stammrosen oder Rosen im Topf sollten unbedingt nicht nur angehäufelt sondern auch mit einer Rosenhaube versehen werden. Die Wurzeln von Pflanzen, die im Topf überwintern, sind besonders gefährdet. Hier empfiehlt es sich, z. B. Jute oder Schilfmatten anzubringen, die im Wintergarten obendrein noch hübsch aussehen.
Endspurt!
Bevor es also ans Ausruhen von der Gartenarbeit während des Winters geht, kannst du dich noch einmal in deinem grünen Reich so richtig austoben. Im Frühjahr wird dich dann ein gesunder und bestens vorbereiteter Garten auf das Allerherzlichste willkommen heißen!